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GGL fordert verschärfte Durchsetzung beim Online-Glücksspiel

Leon Vogel · Oct 9, 2026

GGL fordert verschärfte Durchsetzung beim Online-Glücksspiel

GGL-Regulierungsmaßnahmen für Online-Glücksspiel in Deutschland

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) intensiviert ihre Bemühungen um eine strengere Regulierung des Online-Glücksspiels, während die Vorbereitungen auf die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags von 2021 laufen. Die Behörde konzentriert sich dabei auf die Schließung bestehender Lücken im Selbstsperrsystem OASIS, auf einen erhöhten Druck gegenüber Banken und Zahlungsdienstleistern sowie auf mögliche Anpassungen der Einsatz- und Einzahlungslimits. Diese Schritte erfolgen im Rahmen des regulierten Rahmens, der virtuelle Tischspiele und Online-Casino-Produkte abdeckt.

Striktere Umsetzung des OASIS-Systems im Fokus

Die GGL plant eine konsequentere Anwendung des länderübergreifenden OASIS-Selbstsperrsystems, um Schlupflöcher zu schließen und den Spielerschutz zu verbessern. Beobachter berichten, dass unvollständige Sperrlisten und unzureichende Abgleiche zwischen Anbietern bisherige Maßnahmen beeinträchtigen. Die Behörde fordert daher eine verbindliche Einbindung aller lizenzierten Anbieter in Echtzeit, sodass Sperren sofort wirksam werden und Wechsel zu anderen Plattformen verhindert werden. Solche Anpassungen sollen Teil der anstehenden Überprüfung des Vertrags werden, die bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll.

Druck auf Banken und Zahlungsdienstleister

Zusätzlich richtet die GGL den Blick auf Finanzinstitute und Zahlungsanbieter, um Transaktionen zu unlizenzierten Anbietern effektiver zu blockieren. Daten aus der regulierten Branche zeigen, dass illegale Plattformen oft über alternative Zahlungswege erreichbar bleiben. Die Behörde prüft deshalb technische und rechtliche Mittel, mit denen Banken verpflichtet werden können, entsprechende Transfers frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. Experten verweisen darauf, dass solche Maßnahmen bereits in anderen europäischen Ländern erprobt wurden und nun auch in Deutschland systematisch eingesetzt werden sollen.

Anpassungen bei Einsatz- und Einzahlungslimits

Im Gespräch stehen auch mögliche Änderungen an den bestehenden Limits von einem Euro pro Spin bei Automatenspielen und 1.000 Euro monatlich bei Einzahlungen. Die GGL sammelt derzeit Daten und Stellungnahmen, um zu bewerten, ob diese Grenzen den Schutz von Spielern ausreichend gewährleisten oder angepasst werden müssen. Forscher der Branche weisen darauf hin, dass die aktuellen Werte aus dem Jahr 2021 stammen und im Zuge der Evaluierung auf ihre Wirksamkeit geprüft werden. Diskussionen darüber finden im Kontext des gesamten regulierten Marktes statt, der virtuelle Tischspiele sowie weitere Casino-Angebote umfasst.

Entwicklungen beim Glücksspielstaatsvertrag und GGL-Aktivitäten

Einordnung in den regulierten Rahmen von 2021

Der Glücksspielstaatsvertrag von 2021 schuf erstmals ein einheitliches Lizenzsystem für Online-Glücksspiel in Deutschland, das virtuelle Tischspiele und Casino-Produkte explizit einschließt. Die GGL überwacht die Einhaltung dieser Vorgaben und berichtet regelmäßig über Entwicklungen auf dem legalen Markt. Im Oktober 2026 soll die erste umfassende Evaluierung des Vertrags stattfinden, bei der die bisherigen Erfahrungen mit den neuen Regelungen bewertet werden. Die aktuellen Forderungen der Behörde bilden dabei einen zentralen Bestandteil der Vorbereitungen auf diese Überprüfung.

Vorbereitungen auf die Evaluierung bis 2026

Die Behörde hat bereits mehrere Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich mit der Sammlung von Erfahrungsberichten und statistischen Auswertungen beschäftigen. Diese Gruppen analysieren unter anderem die Effektivität des OASIS-Systems, die Reichweite von Sperrmaßnahmen und die Auswirkungen der Limits auf das Spielverhalten. Die Ergebnisse sollen in einen Bericht einfließen, der der Ministerpräsidentenkonferenz rechtzeitig vor der Evaluierung im Oktober 2026 vorgelegt wird. Vertreter der Bundesländer beteiligen sich an diesen Abstimmungen, um eine abgestimmte Position zu erreichen.

Ausblick auf weitere Entwicklungen

Parallel zu den regulatorischen Vorhaben laufen technische Vorbereitungen für eine verbesserte Datenvernetzung zwischen Behörden und Anbietern. Die GGL erwartet, dass durch diese Vernetzung künftig schneller auf Unregelmäßigkeiten reagiert werden kann. Die laufenden Diskussionen zeigen, dass die Evaluierung des Vertrags von 2021 nicht nur eine formale Pflicht ist, sondern auch konkrete Anpassungen im Spielerschutz und bei der Marktaufsicht mit sich bringen wird. Weitere Details zu den genauen Terminen und Ergebnissen der Evaluierung werden im Laufe der kommenden Monate erwartet.